Der Aufzug

Systemaufzug

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AUFZÜGE NACH AUFZUGSRICHTLINIE

Die Mehrzahl der Aufzüge unterliegt der Aufzugsrichtlinie:

Die Richtlinie regelt dabei den Umgang mit der technischen Anlage Aufzug, welche als überwachungsbedürftige Anlage eingestuft ist. D.h. mit dem Betrieb von Aufzügen sind Anforderungen verbunden, wie die Durchführung wiederkehrender Prüfungen.

Hinsichtlich der technischen Ausführung der Aufzugsanlagen orientieren sich die Hersteller von Aufzügen an der zutreffenden harmonisierten Norm. Für den Neubau von Aufzügen ist hier die EN81-20/50 zu nennen. Weitere Normen aus der EN81-Reihe sind zum Beispiel die EN81-70, welche für behindertengerechte Ausführungen herangezogen wird, oder die EN81-72, welche die Ausführung von Feuerwehraufzügen normiert.
Grundsätzlich sind Hersteller nicht fest an die Normen gebunden. Hersteller können davon abweichen, wenn sie für ihre technische Umsetzung ein äquivalentes oder besseres Sicherheitsniveau nachweisen können. Abweichungen von den Normen können mit einer Risikoanalyse im Einzelfall betrachtet werden, oder in eine Baumusterprüfung einfließen und mit den entsprechenden Ersatzmaßnahmen dokumentiert werden. Ein Aufzug nach Aufzugsrichtlinie, welcher umfänglich der harmonisierten Norm entspricht, muss keine Baumusterprüfung aufweisen, um in Verkehr gebracht werden zu dürfen. Durch die Bauweise nach Norm wird die Konformität mit der Richtlinie als gegeben betrachtet.
Für die in einer Anlage verwendeten Sicherheitsbauteile, wie Geschwindigkeitsbegrenzer, Fangvorrichtungen oder Aufsetzpuffer, ist immer eine eigene Baumusterprüfbescheinigung erforderlich, welche genaue Festlegungen hinsichtlich der Einsatzbedingungen und Einsatzgrenzen beinhaltet.

Kabine

AUFZÜGE ODER ALTERNATIVE HEBEZEUGE NACH MASCHINENRICHTLINIE

Es gibt weitere Aufzugsformen, welche Personen und/oder Lasten heben, jedoch nicht unter die Aufzugsrichtlinie fallen:

Dazu zählen zum Beispiel Plattformlifte, Treppenlifte oder Kleinstlifte, Aufstiegshilfen, Kleingüteraufzüge, Baldachinaufzüge, Labor-/Speiseaufzüge oder Spezial Hubbühnen. In der Regel fahren diese mit geringer Geschwindigkeit oder als Lastenaufzug ggf. ohne Personenbeförderung zu erlauben. Die Nutzung erfolgt in vielen Fällen durch einen eingeschränkten Nutzerkreis.
Aufzüge nach der Maschinenrichtlinie unterscheiden sich von Aufzügen nach Aufzugsrichtlinie und es ergibt sich u.U. eine vereinfachte Inbetriebnahme sowie längere Zeiträume zwischen den Prüfungen.
Grundsätzlich ist die Maschinenrichtlinie allgemeiner gehalten, als die Aufzugsrichtlinie, und ist nicht auf die speziellen Risiken abgestimmt, welche im Aufzugbau auftreten können. Wird nun zum Beispiel ein Aufzug nach Maschinenrichtlinie zur Personenbeförderung eingesetzt, und die mögliche Absturzhöhe übersteigt 3m, wird für diesen Aufzug eine Baumusterprüfung erforderlich. Liegt eine solche vor sind, je nachdem welche Anforderungen an das Aufzugsystem bestehen, auch außergewöhnliche Antriebskonzepte, wie Schubkettenantriebe, sinnvoll einsetzbar.

Für Vieles gibt es eine Lösung und das Rad kann kein zweites Mal erfunden werden. Die Vielfalt im Aufzugbau ist enorm hoch. Daher greifen wir auf bewährte Technik namhafter Hersteller zurück - wir behalten den Überblick für Sie. Gleichzeitig verfolgen wir konsequent neue und vielversprechende Lösungen, die wir als nutzbringend erkennen und erarbeiten individuelle Lösungen, in Einklang mit den geltenden Richtlinien & Normen. Das Ziel: Die bestmögliche Lösung für Ihre Anforderungen bereitstellen.

Grundlegende Ausführungsarten von Aufzügen

Maschinenraumlose Aufzüge

Waren maschinenraumlose Seilaufzüge, bis zur Einführung der EN81-1:1998, in den Normen noch gar nicht vorgesehen, da die Richtlinie RL 95/16/EG der Normung vorausgehen musste, so waren sie bis dahin auch nicht verbreitet. Dies hat sich grundlegend geändert. Heute stellen triebwerksraumlose Aufzugsanlagen die Mehrzahl der Neuinstallationen. Sie werden gern eingesetzt, wenn keine hohen Fördergeschwindigkeiten gefordert sind, also bei niedrigen und mittleren Förderhöhen.

Die maschinenraumlose Bauweise der Seilaufzüge hat sich dabei als Innovationstreiber erwiesen:

Dies wird auch dadurch dokumentiert, dass viele Bauweisen durch Patente geschützt wurden. Viele dieser Patente sind inzwischen abgelaufen oder werden absehbar ablaufen, sodass auch kleine und mittelständige Aufzugsfirmen im Bereich der maschinenraumlosen Aufzüge künftig mehr Gestaltungsspielraum haben werden.
Ein weiterer Grund für Innovationsschübe ist die maschinenraumlose Aufzugtechnik deswegen, weil diese Bauweise kompakte Antriebe erforderlich macht, welche durch kleine Treibscheibendurchmesser erreicht werden, was zu neuen Tragmitteln geführt hat sowie der getriebelosen Bauweise des Antriebes, welche heute den Stand der Technik darstellt. Mit dem Entfallen des Getriebes steigt der Wirkungsgrad des Antriebes, was sich besonders bei stark frequentierten Anlagen positiv auf den ökologischen Fußabdruck des Aufzuges auswirkt.

Doch kein Vorteil ohne Nachteil: So ist die kompakte Bauweise der maschinenraumlosen Aufzüge oft an ein spezielles Systemlayout geknüpft. Somit können Teilmodernisierungen ggf. schwierig ausfallen und es kann sich, auf Grund der Platzverhältnisse, die Komponentenauswahl entsprechend einschränken.

Ein Spezialfall der maschinenraumlosen Aufzüge ist der Aufzug mit Linearantrieb. Dieser ist in der Aufzugspraxis noch nicht angekommen und wäre der erste maschinenraumlose Aufzugstyp, welcher auch explizit für Hochhäuser geeignet sein soll, da der die Förderhöhe begrenzende Faktor, die Tragmittel, entfällt. Konzeptbedingt entstehen dabei wieder spezifische Vorzüge und Nachteile. Die Praxis muss letztlich zeigen, in welchen Anwendungsbereichen die Vorzüge überwiegen.

Aufzüge mit Maschinenraum

Aufzüge mit Maschinenraum sind die flexibleren Aufzugssysteme:

Bei diesen Anlagen kann z.B. die Position des Maschinenraums relativ leicht variiert werden. So kann sich dieser neben dem Schacht auf einer beliebigen Höhe befinden, wie auch oberhalb oder unterhalb des Schachtes sein. Damit kann der Antrieb relativ leicht an Stellen im Gebäude positioniert werden, an denen die Geräuschentwicklung von Antrieb und Frequenzumrichter(n) am wenigsten störend sind. Auch kann der Antrieb besser vom Gebäude entkoppelt werden, da relativ viel Platz zur Verfügung steht, um Isolationselemente zu verbauen.

Weiterhin können bei Maschinenraumanlagen auch doppelte Umschlingungen der Treibscheibe gefahren werden, womit sich hohe Treibfähigkeiten erzielen lassen.
Bei hohen erforderlichen Drehmomenten werden die Antriebsmaschinen letztlich auch zu schwer und voluminös, sodass sie nicht mehr im Schacht untergebracht werden können, eine Ausführung ohne Maschinenraum ist dann mit gängiger Antriebstechnik nicht mehr realisierbar, bzw. würde keine Vorteile mehr bringen. Bei hohen erforderlichen Leistungen ergibt sich auch ein gesteigerter Bauraumbedarf für die Leistungselektronik.

Trotz prinzipiell guten Wirkungsgraden von elektrischen Antrieben sollte die entstehende Abwärme nicht unterschätzt werden. Die Verlustleistungen von Antrieb, Leistungselektronik und Abtakt- bzw. Bremswiderstand (wenn vorhanden) können, je nach Ausführung der Anlage, zu einer beträchtlichen Heizleistung führen, welche je nach Jahreszeit genutzt werden kann oder abgeführt werden muss. Ein Maschinenraum vereinfacht diese Aufgabe. Eine auf die übliche Nutzung abgestimmte Gegengewichtsmasse vermindert die Leistungsaufnahme der Antriebsmaschine und somit auch betragsmäßig die Verlustleistung. Eine Energierückspeisung allein kann den positiven energetischen Effekt des Gegengewichtes nicht hervorbringen, was auch daran liegt, dass ein Energierückspeisen erneut einem Wirkungsgrad unterliegt.